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Das Museum Ovartaci

Das Museum Ovartaci ist sowohl ein Kunstmuseum als auch ein kulturhistorisches Museum: Neben Ausstellungen, die die museumseigene Sammlung, Einzelkünstler bzw. bestimmte Themen präsentieren, vermittelt das Museum auch interessante Informationen über die Geschichte der Psychiatrie in Dänemark.

Nach einem grundlegenden Umbau und der Renovierung der Museumsräumlichkeiten an seinem neuen Standort in der Olof-Palmes Allé 11 in Aarhus wird das Museum im Frühjahr 2023 wiedereröffnet. Bis dahin werden verschiedene kleinere Sonderausstellungen gezeigt.

Anhand der beiden Sammlungen des Museums – eine umfassende Kunstsammlung mit Werken von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sowie einer historischen Sammlung mit Objekten aus der ersten psychiatrischen Klinik Dänemarks von 1852 bis heute – sollen gesellschaftliche Vorurteile abgebaut und ein Verständnis für psychische Erkrankungen in der Öffentlichkeit geschaffen werden.

Der Künstler Ovartaci

Im Mittelpunkt des Museums steht der Künstler Ovartaci, der mit seinem 56 Jahre langen Psychiatrieaufenthalt und seiner unverwechselbaren Kunst die Zentralfigur des Museums sowie gleichzeitig ein Symbol für alle Menschen darstellt, die sich - ohne irgendwelche Vorgaben - mittels Kunst ausdrücken wollen.

Ovartaci wurde 1894 in Ebeltoft/Ostjütland unter dem Namen Louis Marcussen geboren. Als erwachsener Mann gab er sich selbst den Namen „Ovartaci“: als Ableitung des umgangssprachlichen jütländischen Worts „Overtosse“, was soviel wie „Verrückter ersten Grades“ bedeutet.

Bald hat Ovartaci mit seiner sehr individuellen Kunst großen Erfolg. Und dies nicht weil er Psychiatriepatient ist oder „schöne“ Kunst schafft sondern wegen der beeindruckenden Direktheit und künstlerischen Qualität, die seine Arbeiten und Werke auszeichnen.

Die umfangreiche und einzigartige Kunstsammlung des Museums ist von nationaler und internationaler Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil für das Kunstgenre „Art Brut/Outsiderkunst“. Diese Bedeutung wird durch die Tatsache unterstrichen, dass vom 23. April bis zum 27. November 2022 sechsundzwanzig Ovartaci-Werke im Rahmen der Hauptausstellung der diesjährigen Venedig-Biennale gezeigt werden, einer der renommiertesten und größten internationalen Kunstausstellungen der Welt.

Fast zeitgleich präsentiert das Museum Ovartaci die Sonderausstellung „Ovartaci in Venedig“, die in Anlehnung an die Biennale-Ausstellung ein ganzheitliches Stimmungsbild der Ausstellung in Venedig vor Ort im Museum in Aarhus vermitteln will. Dafür wurden eigens eine Soundinstallation, verschiedene Videos sowie ein Venedig-Podcast produziert. Originalwerke von Ovartaci, die in Dialog mit seinen Werken in Venedig stehen, sind der zentrale Inhalt dieser Ausstellung.

Einzigartiger Einblick in die Psychiatrie

Die kulturhistorische Sammlung des Museums bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Psychiatrie sowie das Thema des psychischen Wohlbefindens des Menschen. Aktuelle Themen sowie ausgewählte Fokusbereiche, die v.a. in Sonderausstellungen gezeigt werden, eröffnen andere Perspektiven, die neuartige Einblicke in das Themenfeld „psychische Erkrankungen“ ermöglichen.

Teil des Museums ist zudem eine Kreativwerkstatt für Menschen mit besonderen psychischen Bedürfnissen in Verbindung mit einer Rahmenwerkstatt; darüberhinaus werden künstlerisch-kreative Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in einem eigens dafür eingerichteten Kreativ-Atelier angeboten.

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